klassische Hom÷opathie Leubin
  Konstitution
 

Konstitution

Der Begriff Konstitution umfasst den ganzen Menschen mit all seinen Beziehungen in sich und zur Umwelt. Die Konstitution baut sich auf Erbanlagen auf und wächst aus ihnen. Die Umwelt prägt sie. Erbanlagen werden für die meisten Merkmale nicht als starre Zwangsabläufe übertragen, sondern als plastische Ablaufsmöglichkeiten. Es gibt zwar einige entwicklungsstabile, in der Vererbung begründete Reaktionsabläufe; die Mehrzahl der Entwicklungsabläufe ist jedoch labil und für die Umwelteinwirkungen plastisch. Dadurch, dass sich die Erbanlagen in Reaktionen auswirken und überhaupt erst verwirklichen, verknüpfen sie sich in der Entwicklung mit den Faktoren, welche die Reaktionen auslösen, zu Einheiten. So erklärt sich die Ganzheit der Konstitution nicht nur in sich, sondern auch ihre Verflochtenheit mit bestimmten Umweltfaktoren, mit denen das Leben des Organismus jeweils im Einzelnen zusammenspielt. Indem die Konstitution bis zum Tod stetige Entwicklung ist, zeigt sie für den Einzelnen niemals feste Bilder; jeder Zustand ist ein Augenblickszustand, der gestern ein anderer war als heute ist und morgen sein wird. Man muss die Konstitution als dynamisch auffassen. Sie ist Inhalt wie Auswirkung und Einwirkung von aussen ein ständiger Wechsel. Indem jede individuelle Entwicklung mit besonderen Aussenfaktoren aus besonderen inneren Anlagen einen besonderen Verlauf nimmt, wird jedes Individuum in der Dynamik seiner Entwicklung zu einer besonderen Konstitution. Die Konstitution äussert sich in Gesundheit und Krankheit. Die Disposition sind Funktionen der Konstitution. Jeder Mensch hat seine eigene Gesundheit und seine eigene Krankheit mit seinen besonderen Dispositionen. Es gibt so viele Konstitutionen wie Personen. Indem auch unsere Heilmittel ein Teil der Umwelt sind, welche auf die Konstitution einwirkt und sie gestaltet, sind zugleich die Beziehungen der Konstitutionslehre zur Heilmittellehre gegeben. 

Eine chronische Therapie muss unter konstitutionellen Gesichtspunkten über Diagnose und Differentialdiagnosen hinaus zu einer Differentialtherapie werden. Sie muss zu diesem Zweck den Einsatz ihrer Heilmittel nach entsprechenden konstitutionellen Gesichtspunkten differenzieren.

Quelle K. Saller „Homöopathische Konstitutionstherapie“, 1946

 

 
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